Pastoraler Raum Schloßborn-Schmitten

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150 Jahre St. Georg

Für die Kirchgänger aus anderen Ortschaften gab es Platzreservierungen und die Arnoldshainer Gläubigen wurden an Hochfesttagen mit Fahnen und Musik am „Arnoldshainerkreuz“ abgeholt.
So steht es in der Chronik der katholischen Kirche St. Georg.  Bei der Jubiläumsfeier kann die Gemeinde auf eine wechselhafte Geschichte zurückblicken, von der die Aufzeichnungen in der Kirchenchronik berichten.

Ein Gotteshaus gab es schon seit 1419, allerdings auf dem Gebiet der Burg. Hier stand eine Schlosskirche, die aber abgetragen wurde, so dass der Gottesdienst in einem Saal in der Burg abgehalten wurde. Man erhoffte sich dort mehr Schutz bei Belagerungen.
1684 wurde dann ein „Schlosskirchlein“ errichtet, das aber Mitte des 19. Jahrhunderts nicht nur baufällig, sondern für die Gläubigen der umliegenden Taunusdörfer zu klein geworden war. Der Bau einer neuen geräumigen Kirche wurde daher unter Pfarrer Johann Petry geplant. Standort sollte der ehemalige Friedhof sein, der bereits 1844 abgeräumt und im Bereich der Gertrudiskapelle neu angelegt worden war.
Allerdings waren schon damals die Kassen leer und die Gläubigen aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation in den Taunusdörfern sehr arm. Der Neubau gab zwar vielen Oberreifenbergern Arbeit als Tagelöhner, aber auf der anderen Seite musste die Gemeinde von den 26 000 Gulden Baukosten die Hälfte selber aufbringen.
So versteigerte der damalige Pfarrer Petry nicht nur das Abbruchmaterial der alten Barockkirche, sondern er zog auch bettelnd durch das Bistum, um das notwendige Geld einzusammeln.
Nach zehn Jahren Bauzeit wurde die Kirche 1855 fertig gestellt. Die Einweihung erfolgte allerdings erst im Mai 1862 durch den damaligen Bischof von Limburg Peter Joseph Blum. Im Jahr 1859 erhielt der Kirchturm drei Glocken, doch im ersten Weltkrieg wurden zwei von ihnen beschlagnahmt und eingeschmolzen. Unter Pfarrer Martin Geis gelang es, zwei neue Glocken zu erwerben. Aber auch sie sollten nicht in St. Georg bleiben. Am Fronleichnamsfest 1942 wurden wiederum zwei Glocken aus dem Turm geholt.
Erst sechs Jahre später kamen zwei neue Glocken in den Turm und 1962 komplettierte die Zivilgemeinde zum hundertjährigen Kirchweihfest den Glockenstuhl mit einer vierten Glocke.
Die Jahre gingen nicht spurlos am Gebäude vorüber. 1955 war eine erste Renovierung nötig. Wieder fehlte dafür das Geld, so dass der damalige Pfarrer Joseph Ebening zweimal von Haus zu Haus ging, um Spenden zu sammeln. Neben vielen Ausbesserungsarbeiten erhielt die aus Feldstein gebaute Kirche zu dieser Zeit auch ihren Außenputz. Das zweite vatikanische Konzil, das eine Reform der kirchlichen Strukturen brachte, spiegelte sich in einer Veränderung der Innenausstattung wider: Kanzel und Beichtstuhl blieben zwar erhalten, verloren aber ihre Funktion, die Kommunionbank wurde entfernt. Ein Altartisch und ein Ambo aus Sandstein wurden aufgestellt. Im Rahmen der Renovierungsarbeiten im Jahr 1977 wurde auch die Voigt Orgel, die 1855 für 2110 Gulden in die Kirche kam, restauriert. Eine letzte Renovierung fand im Jahr 2001 statt. Neben der Burgruine dominiert die Pfarrkirche das Erscheinungsbild des Ortes und ist trotz aller Veränderungen der kirchlichen Strukturen eine Konstante im gemeindlichen Leben geblieben
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 Vielen Dank an Christina Müller für die Informationen aus der Chronik und die alten Fotos!

Der Festgottesdienst am Sonntag, 24 April 2005

Mit lautem Klang riefen die vier Glocken der katholischen Kirche St. Georg am Sonntag, 24. April zum Gottesdienst. Pfarrer Hanns-Jörg Meiller, Pfarrer Isaac Padinjarekuttu, der noch bis Ende April hier zu Gast ist, Pastoralreferent Jürgen Otto und Pastoralassistentin Dorothee Bausch zogen gemeinsam mit vierzehn Messdienern in die Kirche ein. Ein feierlicher Auftakt, für einen besonderen Gottesdienst, denn es wurde nicht nur das Patronatsfest begangen, sondern auch an den Bau der Kirche vor 150 Jahren gedacht. Aus diesem Anlass waren neben vielen Gläubigen aus der Gemeinde und dem pastoralen Raum auch Bürgermeister Marcus Kinkel, Vertreter der Vereine und der freiwilligen Feuerwehr gekommen. „Heiliger Georg, hilf in Stürmen, in Gefahren dieser Welt“ hieß es in dem Eingangslied zu Ehren des Schutzpatrons. Schon hier wurde deutlich, dass die Kirche so manche stürmische Zeit überstehen musste. Pfarrer Padinjarekuttu ging darauf in seiner Predigt ein. Er erinnerte daran, dass die Kirche bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts in der Krise steckte und der damalige Papst Pius IX versuchte, die Stellung der Kirche in der Gesellschaft zu stärken. Kriege und Krisen hat die Gemeinde in all den Jahren überstanden. Aber auch heute in Zeiten finanzieller Engpässe, struktureller Veränderungen und einer steigenden Zahl von Kirchenaustritten kann man wieder von einer Krise sprechen. Doch ausgehend vom Evangelium diese Tages, in dem es hieß: „Ihr seid das Salz der Erde, das Licht der Welt, eine Stadt, die auf dem Berge liegt“, erinnerte Padinjarekuttu daran, dass die Ausstrahlungskraft der Christen und das Leben und Handeln nach dem Evangelium entscheidend sind. Er zitierte den neuen Papst Benedikt XVI, der von einer „schöpferischen Minderheit“ sprach. Gleichzeitig forderte er die Zuhörer auf, nicht nur die negativen Dinge zu sehen, sondern den Glauben wieder mehr in den Mittelpunkt zu stellen. Ein Hinweis für die kommenden 150 Jahre der „Stadt auf dem Berg“. Denn, so betonte auch Pastoralreferent Otto bei seinen Begrüßungsworten, der glänzende und strahlende Kirchenbau wird erst durch die Gemeinde mit Leben gefüllt. Gerade bei einem solchen Jubiläum könne man sich fragen, so Otto, „was können wir für unseren Glauben tun?“. An diesem Tag war es der gemeinsame Gottesdienst, der von der Chorgemeinschaft 1871/1880 Reifenberg musikalisch begleitet wurde. Die Kanoniergesellschaft unterstrich die Bedeutung des Festes durch Salutschüsse. Anschließend hatten die Mitglieder des Pfarrgemeinderates zu einem Sektempfang geladen. Am kommenden Sonntag wird im Gottesdienst um 10.30 Uhr die Kirchweih gefeiert und schon jetzt sollte man sich das Pfarrfest am Sonntag, 10 Juli vormerken.

Text in der Taunus Zeitung

© Ch.&A. Döppenschmitt